Die Ritterkapelle: Warum Haßfurts Wahrzeichen einen Besuch lohnt
248 Wappen am Chorgesims, ein Werk Tilman Riemenschneiders im Altar der Stadtpfarrkirche
Wer durch die Altstadt von Haßfurt spaziert, kommt an ihr kaum vorbei: die Ritterkapelle, das Wahrzeichen der Kreisstadt und eines der bedeutendsten spätgotischen Bauwerke der Region. Ihr Chor entstand ab etwa 1390, das Langhaus wurde 1431 vollendet – über sechs Jahrzehnte Bauzeit, die sich bis heute in der Architektur ablesen lassen.
Namensgebend und einzigartig ist das Dachgesims des Chores: 248 in Sandstein gehauene Wappen zieren den Außenbau. Sie erinnern an die Adelsfamilien und Stifter, die den Bau einst finanzierten oder mit der Kapelle verbunden waren – eine steinerne Ahnengalerie, wie man sie in dieser Dichte selten findet.
Die Ritterkapelle steht nicht isoliert. Nur wenige Schritte entfernt liegt die zweitürmige Stadtpfarrkirche am Marktplatz, deren Altar Werke des berühmten Würzburger Bildschnitzers Tilman Riemenschneider beherbergt. Zusammen mit dem historischen Rathaus, den beiden mittelalterlichen Tortürmen, die einst die Altstadt begrenzten, und der Mainpromenade bildet die Kapelle das Zentrum eines kompakten, gut zu Fuß erreichbaren historischen Rundgangs.
Haßfurts Geschichte reicht dabei noch weiter zurück als die Kapelle selbst: Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1230, Stadtrechte erhielt er 1243. Gegründet wurde die Siedlung als Grenzbefestigung zwischen dem Bistum Würzburg und dem Bistum Bamberg – eine Lage am Main, die die Stadt bis zur Säkularisation 1802 zum Hochstift Würzburg gehören ließ.
Für einen ersten Besuch empfiehlt sich die Kombination aus Ritterkapelle, Stadtpfarrkirche und einem Abstecher zur Mainpromenade – gerade an lauen Sommerabenden einer der schönsten Ausblicke, die die Kreisstadt zu bieten hat. Wer mehr über einzelne Stationen erfahren möchte, findet an mehreren Punkten der Altstadt Infotafeln des städtischen Stadtrundgangs.
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